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Kulturelle Errungen­schaft

Häufigste Art, um Menschen würdevoll zu bestatten

Feuerbestattungen zählen zu den altbekannten kulturellen Errungenschaften. Die Tradition, Verstorbene einzuäschern, begleitet die Menschheitsgeschichte seit vielen Jahrtausenden. Ihren Ursprung findet sie um das Jahr 3.000 v. Chr. in Europa und im heutigen Nahen Osten. Archäologischen Funden und Überlieferungen zufolge waren Feuerbestattungen die häufigste Art, Menschen würdevoll zu bestatten.

Im Christentum waren Feuerbestattungen allerdings lange Zeit untersagt. Der Klerus vertrat die Ansicht, dass eine Einäscherung mit dem wörtlichen Verständnis der Wiederauferstehung nach dem Tode nicht in Einklang zu bringen sei. Und so verbot Karl der Große im Jahr 785 im Edikt von Paderborn die Durchführung von Feuerbestattungen bei Androhung der Todesstrafe. Jahrhundertelang stützten sich Kleriker in der Begründung dieses Verbots auf biblische Überlieferungen. Im Alten Testament galten Feuerbestattungen als schwere Schande.

Angesichts der Tatsache, dass seit der frühen Menschheitsgeschichte Erd- und Feuerbestattungen nebeneinander existierten, war das Verbot nur schwerlich nachvollziehbar. Ein Einsehen hatte das Heilige Offizium erst am 5. Juli 1963. Unter Papst Paul VI. erlaubte die Vorgängerbehörde der heutigen Glaubenskongregation auch Katholiken eine Feuerbestattung. Offiziell wurde die 1963 erlassene Instruktion aber erst am 24. Oktober 1964 bekanntgegeben. Heute sind Feuerbestattungen von beiden kirchlichen Konfessionen anerkannt.

Sven Weber +49 271 313 9028sven.weber@krematorium-siegen.de

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